Selbstverständnis

Gemeinschaft zu fördern, Solidarität zu etablieren und zu stärken und die Ökologisierung unseres Zusammenlebens voranzutreiben, das sind die Ziele der Arbeit der Gemeinwohlstiftung COMÚN. Im Zentrum steht das Wohl der Allgemeinheit, das Recht aller Menschen auf ein sicheres, würdevolles und chancenreiches Leben. Durch das Zusammenwirken von Vielen soll ein Ort der Ermächtigung und Vernetzung errichtet werden, um den gesellschaftlichen Wandel in diesem Sinne zu befördern.

Menschen ermächtigen

Die Arbeit der Gemeinwohlstiftung COMÚN soll Menschen ermächtigen. Abhängigkeiten sollen überwunden und abgebaut werden. Alle Maßnahmen sind nach diesem Gesichtspunkt auszurichten und Förderungen entsprechend zu gestalten. Vorrangig werden daher Aktivitäten gefördert, die einen nachhaltigen Effekt entfalten und emanzipatorisch wirken. Dabei soll möglichst niederschwellig vorgegangen werden, also der Zugang von Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen zu den Förderungen gewährleistet sein.

Nachhaltig fördern

Alle Aktivitäten der Gemeinwohlstiftung COMÚN sind auf den Schutz, die Stärkung und die Förderung nachfolgender Generationen ausgerichtet. Unterstützt werden daher ausschließlich Vorhaben, die sich positiv auf die Chancen und Möglichkeiten unserer Nachkommen auswirken. Der langfristige, systemische Wandel ist daher einer kurzfristigen Änderung vorzuziehen. Dieser Nachhaltigkeitsgedanke ist entscheidend für die Bewertung bei der Vergabe von Förderungen und möglicher Zusammenarbeit.

Grenzen überwinden

Die Gemeinwohlstiftung COMÚN handelt dort, wo sie am wirksamsten ist. Das wird oft lokal bzw. vor Ort sein, in den konkreten Lebenswelten. Gleichzeitig fühlt sie sich einem europäischen und internationalen Zugang verpflichtet und sucht über nationale Grenzen hinweg die Zusammenarbeit mit allen Menschen und Einrichtungen, die ähnliche Ziele verfolgen. Die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit sind Teil globaler Dynamiken, wir müssen daher immer auch internationale Solidarität leben.

Menschenrechte leben

Die Gemeinwohlstiftung COMÚN versteht sich als Institution zur Durchsetzung der universellen Menschenrechte. Sie setzt sich für einen unkomplizierten, gleichen Zugang aller Menschen zum Recht ein, der nicht von Vorteilen bei Bildung oder Vermögen abhängen darf. Der Kampf gegen Diskriminierung, Ausbeutung, Entrechtung und Entwürdigung von Menschen, gehört zum Kern ihrer Arbeit. Es wird niemals nach Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität, religiöser Überzeugung, sozialem oder finanziellem Status differenziert. Es werden nur Aktivitäten unterstützt, die nicht im Widerspruch dazu stehen.

Selbstverständlich feministisch

Ein feministisch-emanzipatorisches Selbstverständnis ist Grundlage des Agierens der Gemeinwohlstiftung COMÚN. Zumindest die Hälfte aller EntscheidungsträgerInnen sind Frauen und bei der Vergabe der Fördermittel ist darauf zu achten, dass Frauen von den Ausschüttungen mindestens im gleichen Ausmaß profitieren wie Männer. Die gleiche Sichtbarkeit und Selbstrepräsentanz von Frauen und Männern ist in allen Aktivitäten, Publikationen und Veranstaltungen von COMÚN eine Selbstverständlichkeit.

Lebensräume schützen

Die Gemeinwohlstiftung COMÚN tritt für den Erhalt der Biodiversität und die Erlangung von Klimagerechtigkeit ein. Sie anerkennt Tiere als fühlende Mitgeschöpfe und bekennt sich zur Notwendigkeit des Schutzes von natürlichen Lebensräumen. Die Bewältigung der Klimakrise, der Einsatz gegen das Artensterben und die Forcierung einer ökologischen Lebensweise gehören zu ihren vordringlichsten Aufgaben. Aktivitäten, die sich (strukturell) nachträglich auf das ökologische Gleichgewicht auswirken, werden nicht unterstützt.

Souverän ernähren

Die Erzeugung und Verteilung von Lebensmitteln werden als ökologische und soziale Schlüsselprozesse betrachtet. Daher forciert die Gemeinwohlstiftung COMÚN das gesellschaftliche Bewusstsein zur Absicherung kleinbäuerlicher Strukturen, der Weiterentwicklung hin zu einer klima-, umwelt- & tierfreundlichen Landwirtschaft und der Vermeidung von Verschwendung. Aktivitäten zur Förderung von Ernährungssouveränität & Ernährungssicherheit wird dabei eine besondere Priorität eingeräumt.

Selbstbestimmtheit steigern

Die Arbeit der Gemeinwohlstiftung COMÚN zielt darauf ab die Selbstbestimmtheit von Menschen zu steigern. Dazu zählt auch der Zugang zu Bildung, Kunst und Kultur, die Möglichkeit der Entdeckung und Entfaltung von persönlichen Neigungen und Talenten sowie die Chance zum Erwerb von sozialen und kulturellen Kompetenzen. Entsprechende Angebote sollen daher gefördert werden, insbesondere in Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren und vorwiegend für benachteiligte Personengruppen.

Gerecht verteilen

Die systematische Ungleichverteilung von Ressourcen wird als Antagonist und Gefährder des Gemeinwohls betrachtet. Ihre Überwindung gehört daher zu den primären Zielen der Gemeinwohlstiftung COMÚN. Die strukturelle Umverteilung von oben nach unten und die entsprechende Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen soll im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit vorangetrieben werden. Aktivitäten, die diesem zentralen Anspruch zuwiderlaufen, sind von einer Unterstützung grundsätzlich ausgeschlossen.

Antifaschismus verteidigen

Die Gemeinwohlstiftung COMÚN versteht sich als antifaschistisches Bollwerk. Dazu gehört auch die Unterstützung der Eindämmung rechtsextremer, antisemitischer, rassistischer und antidemokratischer Strömungen und die Förderung der Abwehr von gesellschaftlichen Gefahren durch diese. Eine Zusammenarbeit oder Unterstützung jedweder Art von Einzelpersonen oder Personengruppen, die diesem antifaschistischen und antidemokratischen Grundkonsens widersprechen, ist ausgeschlossen.

Prekarisierung stoppen

Die Überwindung der ungleichen Verteilung von bezahlter wie unbezahlter Arbeit zwischen Männern und Frauen ist ein zentrales Ziel der Gemeinwohlstiftung COMÚN. Die fortschreitende Prekarisierung der Arbeitswelt soll zurückgedrängt und eine existenzsichernde, würdevolle und sinnstiftende Arbeit für alle Menschen ermöglicht werden. Der Abbau sozialer Sicherungssysteme soll gestoppt und das Solidarprinzip als Grundmaxime gesellschaftlichen Zusammenlebens gestärkt werden.

Wirtschaft demokratisieren

Die enorme Konzentration von Kapital geht damit einher, dass Verfügungsmacht über Arbeits- und Lebenszeit von Beschäftigten, aber auch darüber, wie und was produziert wird, bei einigen wenigen liegt. Unternehmenshierarchien und kurzfristige Gewinninteressen stehen einer gemeinwohlorientierten, sozialökologischen Ökonomie entgegen. Eine grundlegende Demokratisierung von Betrieben und wirtschaftlicher Entscheidungsprozesse ist Voraussetzung für eine nachhaltige, solidarische Gesellschaft im Sinne von COMÚN. 

Journalismus fördern

Die Gemeinwohlstiftung COMÚN erachtet kritische journalistische Arbeit als Säule der Demokratie. Ihre Förderung ist daher für sie von besonderer Wichtigkeit. Insbesondere die Zugänglichkeit für Menschen von bislang im Journalismus unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen, die investigative journalistische Arbeit und die unabhängige journalistische Recherche sollen dabei gezielt gefördert werden. Hierbei steht die Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren im Vordergrund.

Zum Wohle aller entfalten

Die Gemeinwohlstiftung COMÚN anerkennt ein grundlegendes Bedürfnis von Menschen nach umfassender Realisierung ihres Selbst. Dazu gehört für viele auch die Entfaltung der spirituellen Dimension ihres Menschseins, die etwa in der Zugehörigkeit zu Glaubensgemeinschaften gelebt wird. Menschen dabei zu unterstützen sich selbst zum Wohle aller voll zu entfalten, ist ein wichtiger Bestandteil des Gemeinwohls. Allen Ansätzen zur Manipulation, Fremdbestimmung oder Ausgrenzung ist die Unterstützung zu verweigern.